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Hans-Georg Maaßen am 18. Oktober 2018 im Wortlaut

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Nürensdorf, Schweiz – Die europäischen Leiter der Inlandsgeheimdienste trafen sich am 18. Oktober 2018 in Warschau. Dieser Kreis wird auch als “Berner Club bezeichnet. Die Abschiedsrede des bisherigen Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen erregte den Unwillen des amtierenden Bundesinnenministers Horst Seehofer. Am Nachmittag des 5. November 2018 gab er die Versetzung von Maaßen in den einstweiligen Ruhestand bekannt.

Die Abschiedsrede ist wert, vor dem Vergessen bewahrt zu werden. Sie ist keine Sau, die durch das Dorf der Leitmedien getrieben wird, sondern ein Indiz, dass ein loyaler politischer Beamter nach sechs Jahren gewagt hat, der Lügenregierung und der Lügenpresse zu widersprechen, nachdem in Chemnitz und in Dresden wahrheitsgemäß gesprochen wurde. Sobald sich Wahrheiten dank der freien Medien durchsetzen, bleibt den Systemlingen in Presse und Politik nur noch die Flucht nach vorne, denn eine Entlassung dürfte in jedem Fall das geringere Übel für die sein, die plötzlich Gefallen an Wahrheiten entdecken.

Die Rede wurde vielfach veröffentlicht, ich habe die Kopie der Berliner Morgenpost übernommen, die weiterführende Links zu Artikeln des Blattes enthält:

Verfassungsschutzchef
5. November 2018 | Das ist die Rede von Hans-Georg Maaßen im Wortlaut
In einer Rede im Oktober entwarf Hans-Georg Maaßen ein Verschwörungsszenario der deutschen Politik. Darüber ist er nun gestolpert.

  Liebe Kolleginnen und Kollegen,

  ich möchte mich heute aus diesem Kreis nach über sechsjähriger Zugehörigkeit von Ihnen verabschieden. Manche Abschiede sind geplant, zum Beispiel, wenn der Arbeitsvertrag befristet oder wenn eine bestimmte Altersgrenze erreicht ist, wie bei unserem Freund Rob, andere Abschiede sind nicht geplant und etwas überraschend wie bei mir.

  Die Vorsitzenden der drei Parteien, die die Bundesregierung in Deutschland bilden, Frau Merkel, CDU, Herr Seehofer, CSU, und Frau Nahles, SPD, hatten am 23. September beschlossen, dass ich als Präsident des Bundesverfassungsschutzes abgelöst werden soll. Damit ist eine Regierungskrise in Deutschland beendet worden. Die SPD hatte mit einem Bruch der Koalition gedroht, wenn ich weiter im Amt bleiben würde.

  Hintergrund der Regierungskrise war die Tatsache, dass ich am 7. September gegenüber der größten deutschen Tageszeitung BILD die Richtigkeit der von Medien und Politikern verbreiteten Berichte über rechtsextremistische “Hetzjagden” beziehungsweise Pogrome in Chemnitz in Zweifel gezogen hatte. Am 26. August 2018 war ein Deutscher von Asylbewerbern in Chemnitz getötet worden. Am gleichen Tage gab es Demonstrationen in Chemnitz gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung von normalen Bürgern aber auch von Rechtsextremisten.

  Dabei kam es vereinzelt zu Straftaten. Am folgenden Tag und an den darauffolgenden Tagen stand nicht das Tötungsdelikt im politischen und medialen Interesse, sondern rechtsextremistische “Hetzjagden gegen Ausländer”. Diese “Hetzjagden” hatten nach Erkenntnissen der lokalen Polizei, der Staatsanwaltschaft, der Lokalpresse, des Ministerpräsidenten des Landes und meiner Mitarbeiter nicht stattgefunden. Sie waren frei erfunden.

  Ich habe bereits viel an deutscher Medienmanipulation und russischer Desinformation erlebt. Dass aber Politiker und Medien “Hetzjagden” frei erfinden oder zumindest ungeprüft diese Falschinformation verbreiten, war für mich eine neue Qualität von Falschberichterstattung in Deutschland.

  Ich hatte mich in der darauffolgenden Woche gegenüber BILD in nur vier Sätzen dazu geäußert, indem ich klarstellte, dass es nach Erkenntnissen aller zuständigen Sicherheitsbehörden keine derartigen rechtsextremistischen “Hetzjagden” gab. Gegenüber den zuständigen Parlamentsausschüssen stellte ich in der folgenden Woche klar, dass ein Kampf gegen Rechtsextremismus es nicht rechtfertigt, rechtsextremistische Straftaten zu erfinden. Die Medien sowie grüne und linke Politiker, die sich durch mich bei ihrer Falschberichterstattung ertappt fühlten, forderten daraufhin meine Entlassung.

  Aus meiner Sicht war dies für linksradikale Kräfte in der SPD, die von vorneherein dagegen waren, eine Koalition mit der CDU/CSU einzugehen, der willkommene Anlass, um einen Bruch dieser Regierungskoalition zu provozieren. Da ich in Deutschland als Kritiker einer idealistischen, naiven und linken Ausländer- und Sicherheitspolitik bekannt bin, war dies für meine politischen Gegner und für einige Medien auch ein Anlass, um mich aus meinem Amt zu drängen.

  Aufgrund des schon erwähnten Beschlusses der drei Parteivorsitzenden werde ich mein Amt aufgeben, sobald ein Nachfolger bestimmt ist. Dies wird voraussichtlich in den nächsten Wochen der Fall sein. Bundesinnenminister Seehofer, der mich und meine Position in dieser politischen Auseinandersetzung sehr unterstützte und dafür selbst viel Kritik von den Medien erfuhr, möchte mich als seinen Berater bei sich behalten.

  Ob und unter welchen Bedingungen dies stattfinden soll, wird im Einzelnen in den nächsten Wochen geklärt werden müssen. Jedenfalls kann ich mir auch ein Leben außerhalb des Staatsdienstes zum Beispiel in der Politik oder in der Wirtschaft vorstellen. Ich hätte nie gedacht, dass die Angst vor mir und vor der Wahrheit Teile der Politik und Medien in solche Panik und Hysterie versetzt, dass vier Sätze von mir ausreichend sind, um eine Regierungskrise in Deutschland auszulösen.

  Liebe Kolleginnen und Kollegen, es fällt mir schwer, mich nach sechs Jahren von Ihnen zu verabschieden. Ich habe diesem Kreis sehr gerne angehört und habe in allen Sitzungen und bei allen Gesprächen ein hohes Maß an Kollegialität und an Solidarität festgestellt. Ich habe festgestellt, dass wir die gleichen Ziele haben, die gleichen Werte teilen und gegen die gleichen Gegner von Freiheit und Demokratie kämpfen.

  Ich bin der Auffassung, dass wir in den letzten sechs Jahren viel erreicht haben. Viel auch für die Sicherheit meines Landes. Ich habe in den letzten Jahren viel Unterstützung von Ihnen erfahren bei der Lösung unserer nationalen Sicherheitsprobleme und ich habe mich immer bemüht, Sie auch bei Ihrer Arbeit zu unterstützen, damit Ihre Länder und Europa sicherer werden. Ich möchte Ihnen für all das danken.

  Danken möchte ich Ihnen auch für die vielen persönlichen und freundschaftlichen Momente, die ich erfahren durfte. Ich würde mich sehr freuen, auch nach dieser Zeit mit manch einem von Ihnen persönlich und privat in Kontakt bleiben zu können. Zuletzt möchte ich die Bitte äußern, dass Sie mit meinem Nachfolger die Zusammenarbeit in gleich intensiver Weise partnerschaftlich fortsetzen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit! (sdo/dpa)

JÖRG MEUTHEN: Maaßen wäre in der AfD hochwillkommen

5. November 2018 | Nachdem der Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen von einem sichtlich enttäuschten Innenminister Horst Seehofer in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde, genießt dieser in der AfD hohes Ansehen. Im WELT-Interview erklärte AfD-Parteichef Jörg Meuthen, dass solch ein Spitzenbeamter in seiner Partei hochwillkommen wäre.
https://www.youtube.com/watch?v=1eZOL5c54i4

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