Dienstag, 22. Januar 2019Wissenschaft | Forschung

Kick-O? Forschungsprojekt railconnect

Mobilität 4.0 im Schienengüterverkehr

Aachen, Deutschland – Durch Digitalisierung der Zugabfertigung soll eine Erhöhung der Nutzungsintensitäten von unausgelasteten Bahnwagen, Loks und Trassen im Schienengüterverkehr sowie die Ortung von Bahnwagen ermöglicht werden. Ein Konsortium aus sieben Unternehmen erhält hierfür mit dem Forschungsprojekt railconnect Fördermittel vom BMVI zur Digitalisierung der bisher analogen Zugabfertigung und zum Aufbau einer Kollaborationsplattform für den Schienengüterverkehr. Neben der Automatisierung beim Abfertigen eines Zuges mit Hilfe einer App ermöglicht ein datenbasierter Ansatz die Entwicklung und Bereitstellung von weiteren digitalen Dienstleistungen im Kontext des Schienengüterverkehrs.

E?zienterer Schienengüterverkehr mit Hilfe einer Kollaborationsplattform
Obwohl in Deutschland in den kommenden Jahren ein um 40 Prozent steigendes Transportaufkommen erwartet wird, kann der Schienengüterverkehr bisher auf Grund seiner geringen Leistungsfähigkeit keinen Beitrag zur Entlastung des Transportnetzes liefern. Dies liegt hauptsächlich an der ine?zienten Ausnutzung der Kapazität des Schienengüterverkehrs durch unausgelastete Züge. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die zeitaufwendige, großteils noch manuelle Zugabfertigung und die analoge, nicht digitalisierte Kommunikation sowie die derzeit noch gering ausgeprägte Kollaboratioon in der Branche.
Die App „railfox“ soll zukünftig den papierbasierten Prozess der Zugabfertigung ersetzen. Sie erfasst dabei in Echtzeit weitere Daten über den Güterverkehr und ermöglicht so datenbasierte Entscheidungen. Die im Kontext des Forschungsprojekts gescha?ene Datendrehscheibe „railconnect“ ermöglicht die Gestaltung von datenbasierten Services. Die Plattform „railconnect“ erlaubt bei intelligenter Verknüpfung mit vorhandenen Daten die Entwicklung und Bereitstellung von Services, wie zum Beispiel ein Echtzeittracking der Bahnwagen, ein digitales Logbuch der Fahrt sowie eine Bahnwagenakte zur Optimierung der Instandhaltung.

Neue Potenziale im Schienengüterverkehr
Das Forschungsprojekt zur Digitalisierung des Schienengüterverkehrs erö?net auch neue Potenziale in der Zusammenarbeit von Logistikanbietern. So ermöglicht die Datendrehschreibe „railconnect“ die gemeinsame Nutzung und optimale Auslastung von Bahnwagen, Loks und Trassen. Dies steigert die E?zienz und Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs. GS1-Standards sichern dabei die Interoperabilität und gewährleisten einen e?zienten Datenaustausch zwischen Unternehmen. Gleichzeitig gewährleistet eine entsprechende IT- Architektur die Wahrung der Datensouveränität unter Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzanforderungen.
Die Realisierung des Forschungsvorhabens trägt nicht zuletzt dazu bei die „Klimaschutzziele 2050“ durch erhöhte Elektromobilität zu erreichen und den Schienengüterverkehr als langfristig klimaschonenden und nachhaltig arbeitenden Mobilitäts- und Transportweg zu quali?zieren.

Verbundkoordinator:
rail connect GmbH
Hauptstraße 50
21357 Wittorf
info@rail-connect.de
www.rail-connect.de

Verbundpartner:
FIR e.V. an der RWTH Aachen
Advaneo GmbH
GS1 Germany GmbH
Willke Logistics GmbH

Assoziierte Partner:
LOCON Logistik & Consulting AG
BBL Logistik GmbH

Weitere Informationen:
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/DG/mfund-projekte/railconnect.html


Über das FIR an der RWTH Aachen
Das FIR ist eine gemeinnützige, branchenübergreifende Forschungs- und Ausbildungseinrichtung an der RWTH Aachen auf dem Gebiet der Betriebsorganisation, Informationslogistik und Unternehmens-IT mit dem Ziel, die organisationalen Grundlagen zu schaffen für das digital vernetzte industrielle Unternehmen der Zukunft.
Mit Erforschung und Transfer innovativer Lösungen leistet das FIR einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Dies erfolgt in der geeigneten Infrastruktur zur experimentellen Organisationsforschung methodisch fundiert, wissenschaftlich rigoros und unter direkter Beteiligung von Experten aus der Wirtschaft. Im Zentrum der Betrachtung liegen die industriellen Verticals als Anwendungsfälle. Dies sind aktuell: Future Logistics, Smart Services und Smart Maintenance, Smart Commercial Buildings und Smart Mobility.
Das Institut begleitet Unternehmen, forscht, qualifiziert und lehrt in den Bereichen Dienstleistungsmanagement, Business-Transformation, Informationsmanagement und Produktionsmanagement. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen fördert das FIR die Forschung und Entwicklung zugunsten kleiner, mittlerer und großer Unternehmen.
Seit 2010 leitet der Geschäftsführer des FIR, Professor Volker Stich, zudem das Cluster Smart Logistik auf dem RWTH Aachen Campus. Im Cluster Smart Logistik ermöglicht das FIR eine bisher einzigartige Form der Zusammenarbeit zwischen Vertretern aus Forschung und Industrie. Das FIR wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert, unterstützt als Johannes-Rau-Forschungsinstitut die Forschungsstrategie des Landes und beteiligt sich an den entsprechenden Landesclustern, um den Standort NRW zu stärken.

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