Mittwoch, 19. Februar 2020Wirtschaft | Handel

Marktstudie Beutel, Säcke und Tüten - Europa
Marktstudie Beutel, Säcke und Tüten - Europa
© Ceresana

Leicht, praktisch, umstritten: Beutel, Säcke und Tüten aus Kunststoff

Ceresana untersucht den europäischen Markt für Polyethylen-Verpackungen

Konstanz, Deutschland – Produkte aus Kunststoff stehen derzeit in Europa sehr im Fokus der Öffentlichkeit. Besonders der unüberlegte und übermäßige Einsatz von Einwegtüten ist stark in die Kritik geraten. Die Europäische Union schreibt vor, bis 2025 den Verbrauch von Kunststofftragetaschen weiter einzuschränken. In der öffentlichen Debatte dazu werden jedoch oft Produkte, Zahlen und Fakten durcheinander gebracht oder wichtige Einflussfaktoren gänzlich ausgeblendet. Die neuste, bereits dritte Ceresana-Studie zu diesem Thema soll daher auch einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion leisten. Der Report untersucht den gesamten europäischen Markt für Beutel, Säcke und Tüten aus Polyethylen-Folie, aus Folien sonstiger Kunststoffe, aus gewebten Kunststoff-Streifen (woven bags) sowie aus Papier. Polyethylen ist dabei das mit Abstand am meisten verwendete Material. Die verschiedenen Ausgangsstoffe können jedoch in einzelnen Anwendungsgebieten sehr unterschiedliche Marktanteile erreichen.

Beutel optimieren Food-Verpackungen

Beutelverpackungen erfreuen sich im Einzelhandel immer größerer Beliebtheit. Sie ersetzen beispielsweise Metalldosen, Glasgefäße oder auch starre Kunststoffverpackungen. Ein Vorteil der flexiblen Kunststoffbeutel ist, dass sie sich dem verpackten Gut besser anpassen und somit die Verpackungsgröße optimiert werden kann. Darüber hinaus können diese Verpackungen Mikrowellen-gängig hergestellt werden. Sie werden auch immer besser bedruckbar. Im Vergleich zur Vorgängerstudie unterteilt die aktuelle, detailliertere Analyse von Ceresana das Anwendungsgebiet der Beutelverpackungen im Food-Sektor noch in einzelne Untersegmente.

Schwerlastsäcke konkurrieren mit Containern

Schwerlast- und Industriesäcke haben in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. In einigen Segmenten wurden Säcke aus Papier durch Kunststoff-Säcke ersetzt. Bei Tierfutter oder Baumaterialien, wie z.B. Zement, spielen Papiersäcke zwar weiterhin eine wichtige Rolle; Säcke aus Polyethylen haben allerdings das Potential, aufgrund ihrer positiven Eigenschaften in Zukunft weiter Marktanteile zu gewinnen. Klassische Schwerlastsäcke aus Kunststofffolie konkurrieren ihrerseits jedoch insbesondere im Bereich der Schüttgüter mehr und mehr mit sogenannten „Flexible Intermediate Bulk Containers“ (also flexiblen Schüttgut-Behältnissen, Abkürzung: FIBC). Diese FIBC bestehen aus einem stabilen Kunststoffgewebe - meist aus Polypropylen - und können ein Fassungsvermögen von bis zu 1500 Litern erreichen. Sie dienen oft als Transportverpackung für Baustoffe, Düngemittel, Getreide oder sonstige Streugüter. Die Dynamik des Marktes für Schwerlastsäcke hängt in hohem Maße von der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes ab, besonders der Bauindustrie und der Nachfrage nach Baumaterialien.
Biokunststoffe als ambivalente Alternative

Kunststoffprodukte, vor allem dünne Einwegtragetaschen aus Polyethylen, werden in immer mehr Ländern mit Sondersteuern, Abgaben oder Verboten belegt. Ausgenommen sind dabei oft Biokunststoffe, die entweder aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Maisstärke) hergestellt werden oder zumindest biologisch abbaubar sind. Die Bedeutung und öffentliche Wahrnehmung von Biokunststoffen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies zeigt sich auch daran, dass diese Produkte inzwischen von Gesetzgebern berücksichtigt werden. Die EU-Kommission hat sich zuletzt im Frühjahr 2019 positiv zum Potential von Biokunststoffen im Bereich von Verpackungen oder auch Tragetaschen geäußert. Selbst wenn sich dieser Markt sehr dynamisch entwickelt, sind Biokunststoffe allein jedoch nicht die ultimative und ökologisch einwandfreie Lösung, die lange propagiert wurde. Beispielsweise verläuft die Kompostierung von einigen Biokunststoff-Sorten in den gängigen Anlagen noch immer nicht reibungslos. Wenn biologisch abbaubare Kunststoffe in der freien Landschaft zerfallen, könnte die Verbreitung von Mikropartikeln sogar noch zunehmen.

Die Studie in Kürze:

Kapitel 1 liefert einen Überblick zum europäischen Markt für Beutel, Säcke und Tüten, einschließlich Prognosen bis 2026. Daten zu Produktions- und Nachfragevolumina sowie zu den einzelnen Materialtypen und Anwendungsgebieten werden in übersichtlichen Tabellen und Abbildungen aufgeführt.
In Kapitel 2 werden für 28 einzelne Länder die Produktion, der Verbrauch sowie Import und Export analysiert. Darüber hinaus werden für die acht bedeutendsten Märkte Europas (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Spanien, Türkei) detaillierte Informationen zum Verbrauch von Beuteln, Säcken und Tüten gegeben, aufgeteilt in einzelne Anwendungsgebiete. Auch wird die Produktion von Beuteln für diese Länder detaillierter nach Materialien aufgeteilt (LDPE, LLDPE, HDPE, sonstige Kunststoffe, gewebte Kunststoffe und Papier). Die Anwendungen werden jeweils getrennt für Kunststoff und Papier analysiert: Tragetaschen, Müllbeutel und -säcke, Schwerlast- und Industriesäcke, Beutelverpackungen für verschiedene Nahrungsmittel und sonstige Anwendungen.
Kapitel 3 bietet nützliche Unternehmensprofile der bedeutendsten Produzenten von Beuteln, Säcken und Tüten, übersichtlich gegliedert nach Kontaktdaten, Umsatz, Gewinn, Produktpalette, Produktionsstätten, Kurzprofil sowie Produkttypen und Anwendungsgebieten. Ausführliche Profile werden von 93 Herstellern geliefert.
Weitere Informationen: www.ceresana.com/de/marktstudien/verpackung/beutel-saecke-tueten-europa/  


Über Ceresana
Als eines der global führenden Marktforschungsinstitute ist Ceresana auf die Bereiche Chemikalien, Kunststoffe, Verpackungen und Industriegüter spezialisiert. Seit 2002 profitieren Unternehmen von hochwertigen Industrieanalysen und Prognosen. Über 180 Marktstudien liefern mehr als 10.000 Kunden in aller Welt die Wissensbasis für den nachhaltigen Erfolg. 
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Pressekontakt: Martin Ebner, m.ebner@ceresana.com

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