Donnerstag, 08. April 2021Wissenschaft | Forschung

Green Entrepreneurship - Das Erasmus+-Projekt Green-4-Future

Die Entwicklung eines grünen Kompetenzreferenzrahmens für grüne Entrepreneure

Paderborn, Deutschland – Als Reaktion auf den Klimawandel besteht ein wachsendes Interesse an der Entwicklung einer “grünen” oder “kohlenstoffarmen” Wirtschaft als Mittel, um wirtschaftliche Entwicklung und Umwelt in Einklang zu bringen. Die bisherige und gegenwärtige Forschung zu grünen Unternehmern konzentriert sich jedoch auf einzelne grüne Unternehmer und vernachlässigt den weiteren wirtschaftlichen und sozialen Kontext, in dem diese agieren.

Darüber hinaus wird die grüne Entrepreneurship-Bewegung oft als ein nicht gewinnorientierter Unternehmenssektor dargestellt, der dem “sozialen Unternehmertum” zuzuordnen ist. Während der aufkommende grüne Megatrend grünes Unternehmertum in den Fokus rückt, wird es von vielen immer noch als ein Zusatz zur Marktwirtschaft gesehen und betrachtet.

Daher ist es das prospektive Ziel, das grüne Unternehmertum als eigenständigen Sektor in der Wirtschaft langfristig und nachhaltig zu etablieren. Denn grüne Unternehmen können durch ihre Innovationen den Lebensstandard verbessern, Wohlstand und Arbeitsplätze schaffen und zu einer wachsenden Wirtschaft beitragen. Dies kann u. a. aber nur mit qualifizierten grünen Gründern umgesetzt werden. Aus diesem Grund spielt die Bildung eine zentrale Rolle vor dem Hintergrund ebendieser Thematik.

Demzufolge entwickelte die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) sowie der interne Wissenschaftsdienst der Europäischen Kommission den EntreComp-Referenzrahmen im Jahr 2016. Dieser Rahmen adressiert eine evidenzbasierte wissenschaftliche Unterstützung für den europäischen, politischen Entscheidungsprozess. EntreComp wurde entwickelt, um eine Referenz für jede Initiative darzustellen, die darauf abzielt, die unternehmerischen Fähigkeiten der europäischen Bürger zu fördern. Der Referenzrahmen besteht aus drei zusammenhängenden und miteinander verknüpften Kompetenzbereichen: ‘Ideen und Chancen’, ‘Ressourcen’ und ‘In Aktion treten’. Jeder der Bereiche besteht aus weiteren fünf Kompetenzen, die zusammen die Bausteine des Unternehmertums als Kompetenz darstellen.

An dieser Stelle knüpft das ERASMUS + -Projekt Green-4-Future an. Grren-4-Future ist eine strategische Partnerschaft in der beruflichen Bildung (VET), die von der Europäischen Kommission kofinanziert wird. Ziel ist es, wirtschaftliche Ziele mit Umwelt- und Klimazielen in Einklang zu bringen. Die Kernidee des Projekts besteht darin, den EntreComp-Referenzrahmen zu überdenken, der von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) sowie dem internen Wissenschaftsdienst der Europäischen Kommission entwickelt wurde. Es geht insbesondere um die Ökologisierung des EntreComp-Referenzrahmens. Die 36-monatige Projektlaufdauer beläuft sich vom 01.09.2020 bis zum 31.08.2023.

Neben der Entwicklung eines Green EntreComp-Frameworks, sprich einer grünen Version des EntreComp-Referenzrahmens, werden sich die Partner von Green-4-Future auf die Geschäftsmodellierung für Unternehmen der Kreislaufwirtschaft konzentrieren, ein In-Service-Training für Berufsbildungslehrer erstellen und einen Green-4-Future-MOOC entwerfen.

Die neun Projektpartner kommen aus Deutschland, Zypern, Kroatien, Österreich, Irland, Rumänien, Griechenland, Bulgarien und Portugal. Koordinator ist die Universität Paderborn, Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik II von Prof. Marc Beutner. Die anderen Partner sind Universitäten, Forschungseinrichtungen und Berufsbildungseinrichtungen. So umfasst Green-4-Future insgesamt vier Universitäten, drei Forschungszentren / -institute sowie zwei Berufsbildungseinrichtungen, die im Bereich Berufsbildung und dem grünen Unternehmertum tätig sind.

Projektpartner:

- Universität Paderborn, Lehrstuhl Wirtschaftspädagogik II, Deutschland (Koordinator, Hochschulpartner, Evaluations-, Verbreitungs- und Didaktikpartner)
- Centre for Advancement of Research and Development in Educational Technology Ltd-Cardet, Zypern (Forschungs- Bildungsevaluationspartner)
- Callidus ustanova za obrazovanje odraslih - Institute for Adult Education, Kroatien (Berufsbildungspartner)
- Berufsförderungsinstitut Burgenland, Österreich (Berufsbildungspartner)
- Spectrum Research Centre CLG, Irland (Forschungszentrumspartner)
- Universitatea din Pitesti, Rumänien (Hochschulpartner)
- University of Peloponnese, Griechenland (Hochschulpartner)
- Burhaski Svoboden Universitet, Bulgarien (Hochschulpartner)
- Instituto de Soldadure e Qualidade, Portugal (Forschungszentrumspartner)

Welche konkreten Ziele verfolgt Green-4-Future?

•Modifikation des GreenEntreComp Referenzrahmen
•Geschäftsmodellierung für Unternehmen der Kreislaufwirtschaft
•Entwicklung einer Fortbildung für Tutoren in der Berufsbildung
•Entwicklung eines Green-4-Future MOOC

Was bisher geschah…

Das Projekt hat offiziell am 1. September 2020 begonnen. Kurz darauf traf sich das Projektkonsortium zum Kick-off Meeting. Dieses Treffen fand vom 01. bis 03. Dezember 2020 online via Zoom statt und wurde von der Universität Paderborn (Deutschland) ausgerichtet.

Das Treffen hatte den Zweck, ein gegenseitiges Kennenlernen der Partner zu ermöglichen, über die Projektziele und -aktivitäten zu sprechen und mit der Planung der ersten Arbeitsaufgaben für alle Partner zu beginnen.
Die gesamten geplanten Projektergebnisse wurden ausführlich behandelt und diskutiert, ebenso wie administrative und finanzielle Fragen, Aspekte der Dissemination sowie Bewertungs- und Berichtsverfahren.

Was sind die nächsten Schritte?

Bis zum zweiten Projektmeeting im Frühjahr 2021 beginnen alle Projektpartner mit einer literaturbasierten Forschung sowie einer primären Überarbeitung des EntreComp - Referenzrahmens. Die Ergebnisse bilden die Basis für die Erstellung sowie Entwicklung der weiteren Projektaktivitäten. Zudem führt das Projektkonsortium regelmäßig Disseminations- und Verbreitungsaktivitäten durch.


Wie können Sie mit Green-4-Future in Verbindung treten?

Besuchen Sie unsere Website unter https://green4future.eduproject.eu/ oder besuchen Sie uns auf Facebook (@Green4Future.Project) oder Twitter (@Green_4_Future)!

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